Geburtstage und andere Stressoren.

Die Frage, wie ich meinen Geburtstag verbringe, hat mich jahrelang unglaublich gestresst. Nicht, weil ich ein Problem mit dem Tag selbst hätte, sondern weil „Das Gleiche wie an jedem anderen Tag.“ hier noch viel mehr als sonst als inakzeptable Antwort gilt.
„Aber es ist doch dein GEBURTSTAG!“, sagen Leute dann – so, als müsse das Wort nur nochmal besonders laut und besonders stark betont ausgesprochen werden, damit bei mir der Groschen fällt und ich sage: „Achso klar, ja – ich feier ab 7 bei mir, komm gern vorbei!“
„Aber willst du denn nicht feiern?“, fragen sie dann, mit einem Gesichtsausdruck als hätte ich gerade gesagt, dass ich morgen zum Mond fliegen und dort für immer wohnen bleiben möchte.


Ja, ich würde gern feiern. Ich würde viele Dinge gern tun, die ich nicht tun kann, weil sich meine diversen Erkrankungen und deren Nebeneffekte leider nicht absprechen und sich alle mal gemeinsam einen Tag freinehmen, weil schließlich mein Geburtstag ist.
Tatsächlich ist der 21.12. sogar ein äußerst schlecht gewählter Tag für einen Geburtstag, weil feucht-kaltes Wetter und Stress häufig mal Schübe auslösen und 3 Tage vor Weihnachten bei mir meistens beides zusammenfällt. (Nebenbei ist ein Großteil der mir nahen Menschen irgendwie christlich sozialisiert und zu weit weg, um so kurz vor Weihnachten mal eben zu Besuch kommen zu können.)

Von den Jahren, in denen ich versucht habe, zu feiern, musste ich jedes zweite Mal absagen – meistens, weil ich mit Seitenstrang-Angina flach lag – und das war im Hinblick darauf, dass ich gesundheitsbedingt auch sonst nicht gerade das ausgeprägteste Vor-Ort-Sozialleben habe und sich sehr viel auf diesen Tag konzentrierte, gleich nochmal frustrierender.
Zwischendurch spielte ich deswegen mit dem Gedanken, die Feierlichkeiten auf Sommer zu verschieben und statt Geburtstag einfach Halb-Geburtstag zu feiern, weil die Wahrscheinlichkeit, einigermaßen fit zu sein, im Juni zumindest höher ist als im Dezember. Allerdings dachte ich dann doch nie rechtzeitig daran, noch Leute einzuladen und so verging auch mein Halb-Geburtstag immer ohne Feier.

Zu meinem großen Glück (natürlich nicht nur deswegen) bin ich seit etwas über einem Jahr auf Twitter und habe mir bei @LottaPeng und @MikaMurstein die Idee des Geburtstagsmonats abgeschaut.
Dieses Jahr feiere ich auch Geburtstagsmonat, das heißt, ich feiere bis zu meinem Geburtstag  immer dann, wenn liebe Menschen und ich gerade Zeit und Energie dafür haben.
Ich bin ein bisschen zu spät dran, weil ich die letzten Wochen nicht einmal Löffel dafür hatte, diesen Blog-Eintrag zu schreiben. Eigentlich ist es jetzt also ein 3/4-Geburtstagsmonat, aber das hat auch was.
Wenn ich an meinem Geburtstag selbst flachliege, ist das immer noch traurig, aber längst nicht mehr so schlimm wie sonst – so jedenfalls der Plan. 😀

Ich lade dich also hiermit herzlich dazu ein, ein bisschen mit mir zu feiern, wenn du willst.
Ich freu mich über liebe Nachrichten (oder Postkarten von Leuten, die meine Adresse haben), Skype-Gespräche (wenn Löffel da sind), Hangouts (online wie offline) und insgesamt nette Menschen um mich (auch virtuell).
Über Geschenke freu ich mich natürlich auch – z.B. über irgendwas von meiner Wunschliste oder Gutscheine von Amazon, Lush,  Alles-Vegetarischs. Oliver oder Glutenfrei-Genießen.
(Meine E-Mail-Adresse ist ash.bepunkt@gmail.com.)

Wie macht ihr das, liebe Spoonies (=Menschen mit chronischen Erkrankungen), die ihr mich lest? Habt ihr besondere Geburtstags-Strategien?

 

 



Wie du vielleicht weißt, kann ich aufgrund meiner beHinderungen keiner „normalen“ Erwerbstätigkeit nachgehen und mich hier und in sozialen Netzwerken aktivistisch zu betätigen, ist quasi mein Job. Falls dir gefällt, was ich mache, und du mich und den Vierbeiner mit einem kleinen Betrag unterstützen möchtest, kannst du das zum Beispiel  über meinen Amazon-Wunschzettel, über Gynny oder über Patreon:-) Danke dir sehr! ❤

 

 

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